Schreien, wüten, toben – Die Trotzphase bei Kindern


Trotzreaktion eines Kindes das seinen Willen durchsetzen will

Eigentlich ist doch gerade alles so perfekt. Man ist im Supermarkt, kauft ganz in Ruhe mit dem Nachwuchs ein und dann passiert es plötzlich – ein kleiner Auslöser und schon beginnt das Kind zu schreien, schlägt um sich und lässt sich nicht so schnell beruhigen. Jedes Elternteil kennt dieses Szenario nur allzu gut. Doch was ist der Auslöser dafür und was hat es mit der Trotzphase auf sich?

In welchem Alter beginnt die Trotzphase und wie lange dauert sie?

Dies ist von Kind zu Kind ganz unterschiedlich und hängt sehr vom jeweiligen Entwicklungsstand ab. Grundsätzlich beginnen die Kinder im Alter zwischen zwei und vier Jahren mit der Trotzphase. Bei sehr vielen Kindern beginnt diese Phase mit dem Erreichen des zweiten Lebensjahres* wo sie bereits mehr sprechen können und sich mehr ausdrücken wollen.

Aber es kann auch sein das sich diese Zeit erst nach dem dritten Geburtstag entwickelt. Den Beginn und die Dauer der Trotzphase beeinflussen auch wir Eltern ganz enorm. Der Erziehungsstil und die Fähigkeit mit diesen Reaktionen umzugehen ist maßgeblich dafür entscheidend ab wann diese Trotzreaktionen auftreten und wie lange sie auftreten. Grundsätzlich dauert diese Phase so lange bis das Kind in der Lage ist seine eigenen Gefühle und Emotionen besser zu kontrollieren.

Warum kommt es zu Trotzreaktionen?

Dieser Entwicklungsprozess ist sehr wichtig für die Kinder und jeder Mensch durchläuft diese Phase. Sie trägt grundsätzlich zur Persönlichkeitsentwicklung bei. In dieser Phase beginnt das Kind sich von seinen Eltern abzunabeln, zu zeigen das es eine eigene Persönlichkeit und seinen eigenen Willen hat. Es will unabhängig sein und selbst Entscheidungen treffen – meist genau das Gegenteil von den Vorstellungen der Eltern. Das Kind will sich selbst ausdrücken und sagen bzw. zeigen was es möchte. Läuft es dabei nicht nach den Vorstellungen des Kindes kommt es zu Trotzreaktionen die ganz unterschiedlich stark ausfallen können.

Im Alter von 2 bis 4 Jahren entwickelt sich auch der Wortschatz sehr stark und das Selbstbewusstsein steigert sich. Merkt das Kind jedoch, dass es sich noch nicht ganz so ausdrücken und entfalten kann wie es möchte ist das ebenfalls ein Auslöser für eine Trotzreaktion.

Wie äußert sich eine Trotzreaktion?

Den meisten Eltern fällt diese Phase ganz schnell auf und kann unter Umständen sehr belastend für Mutter und Vater. Ganz kleine, für Erwachsene teils belanglose Dinge, reichen als Auslöser für eine Trotzreaktion. Dann fängt das Kind an um sich zu schlagen, zu schreien, herumzutreten oder zu schlagen, sich auf den Boden zu werfen und herumzuwälzen, sich zu kratzen, selbst zu beißen oder ähnliches. Das Kind versucht mit seinen Emotionen umzugehen und kann diese noch nicht kontrollieren. Daher kommt es zu solchen Ausbrüchen die sehr anstrengend sein können.

Gerade in der Öffentlichkeit ist es vielen Eltern sehr unangenehm. Wenn das Kind im Supermarkt plötzlich anfängt sich auf den Boden zu werfen und herumzuschreien und es sich einfach nicht beruhigen lässt braucht es viel Selbstbeherrschung um nicht selbst zu verzweifeln. Oder wenn es am Spielplatz einen Streit gibt weil das Kind nicht verstehen will, dass es das Spielzeug des anderen Kindes nicht mit nach Hause nehmen kann. Doch eine Tatsachen beruhigt ein wenig – unter Eltern schaut dich da niemand blöd an den so gut wie jede Mama und jeder Papa kennt diese Reaktionen und hat diese Phase mit seinen Kind bzw. Kindern schon selbst erlebt und durchlebt.

Wie gehe ich besten mit solchen Trotzreaktionen um?

Egal wo und wann so eine Situation auftritt – diese versucht im Körper der Eltern immer eine Stresssituation*. Das muss nicht zwangsläufig nur in der Öffentlichkeit so sein, dort jedoch wird es am unangenehmsten für das Elternteil.

Damit du jedoch besser mit dieser Trotzphase umgehen kannst haben wir hier ein paar nützliche Tipps für dich. Diese sind jedoch nur Hilfsansätze und keine Patentrezept was bei jedem Kind immer hilft. Stelle dich daher darauf ein, dass du individuell auf dein Kind eingehen musst und immer wieder von neuem versuchen musst was bei deinem kleinen Liebling am besten funktioniert und hilft.

Tipps bei Trotzreaktionen des Kindes

  • Ruhe bewahren – dieser Tipp klingt ganz banal doch er ist Gold wert. Egal wie sehr das Kind schreit und toppt, um sich schlägt oder eine sonstige Reaktion zeigt. Es ist immer wichtig die Ruhe zu bewahren und zu versuchen das Kind zu verstehen. Sollte es dir schwer fallen das Kind so zu sehen kann es helfen kurz den Raum zu verlassen oder sich mit dem Partner abzuwechseln. Versuche dich jedoch immer in Griff zu behalten und nicht selbst laut zu werden oder sonstiges.
  • Wut akzeptieren – auf wenn es schwer fällt, es ist sehr wichtig, dass man die Wut des Kindes akzeptiert und versucht es zu verstehen. Gehe auf das Kind ein, versuche Wege zu finden wie du es am besten beruhigen kannst und mit ihm darüber reden kannst. Manche wollen gerne fest gedrückt werden, andere wollen ihren Wut freien Lauf lassen und brauchen einen Polster um sich damit abzureagieren. Gib deinem Kind die Möglichkeiten die es braucht um seine Emotionen auszulassen.
  • Regeln setzen das sie wichtig sind – ein klares Nein ist wichtig und das braucht ein Kind. Es muss lernen das es Grenzen gibt und auch nicht einfach alles haben kann was es möchte. Dieser Lernprozess ist sehr wichtig für das Kind – auch für die Zukunft und im Erwachsenenleben. Versuche auf keinen Fall mit Absicht Trotzreaktionen zu verhindern indem du niemals Nein sagt, damit tust du deinem Kind nichts Gutes.
  • Erklären und reden – kommt es zu einem Wutausbruch und dein Kind schlägt, beißt, schreit dich an und wird dir oder jemanden anderen gegenüber aggressiv musst du dem Kind deutlich erklären das es dies nicht tun darf. Du solltest hier aber selbst ruhig bleiben und das Kind auf keine Fälle anschreien oder in irgend einer Art Gewalt anwenden.
  • Kompromisse und Einigungen im Vorhinein finden – eine Möglichkeit um es gar nicht erst zu einer Trotzreaktion zB.: beim Einkauf kommen zu lassen, ist es, bereits im Vorhinein Abmachungen zu treffen. Vereinbart bei der Hinfahrt zum Supermarkt das es heute eine Süßigkeit, oder ein Kleidungsteil oder was auch immer gibt und nicht mehr. Das Kind kann es sich selbst aussuchen aber es bleibt bei der vereinbarten Anzahl.
  • Mehr Zeit einplanen – gerade am Morgen wenn das Kind zur Tagesmutter oder in eine Betreuungsstätte muss ist die Zeit oft sehr knapp und sie vergeht so schnell. Möchte das Kind dann nicht anziehen was du ihm gibt ist die nächste Trotzreaktion bereits vorprogrammiert. Plane daher bei alltäglichen Vorhaben wo es möglich ist mehr Zeit ein und damit solche Situationen zu umgehen.
  • Vorbereitungen treffen – viele Dinge lassen sich bereits vorbereiten und können Situationen erleichtern. Vereinbare zB.: bereits am Vortag was das Kind morgen zur Jause in die Betreuung mitnimmt und sucht gemeinsam die Kleidung für den nächsten Tag aus. So darf das Kind mitentscheiden und kann seinen Willen äußern

Zusammenfassend kann man sagen, dass diese Trotzphase keine einfache Zeit ist. Gerade wenn ein Kind sehr starke Trotzreaktionen aufweist. Hier ist Ruhe, Verständnis und Einfühlsamkeit wichtig. Dein Schatz kann leider gar nicht anders da er mit den Emotionen noch nicht anders umgehen kann. Doch sei beruhigt, auch diese Phase geht vorbei ☺ 

 

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