Das zweite Kind kommt – Freude und Eifersucht


Zweite Kind Jaron spielt mit großer Schwester

Für die Eltern ist es ja ganz normal, dass das zweite Kind kommt da die Entscheidung bei ihnen liegt. Doch wie sieht es den da bei der großen Schwester bzw. dem Bruder aus? Freut sie/er sich über das Geschwisterchen? Verstehen die „großen“ Geschwister dann schon was so alles auf sie zukommt? Reagieren sie mit Eifersucht? Da stehen viele Gedanken im Raum auf die wir uns damals gar nicht so eingestellt haben sondern einfach alles auf uns zukommen ließen…

Wie und wann sagen wir es der/dem Großen, dass das zweite Kind kommt

Juhuuuu, endlich ist es soweit. Der Wunsch ist da und dem zweiten Kind steht nix mehr im Wege. So war es bei uns natürlich auch. Dann ist der große Tag gekommen und der Schwangerschaftstest ist positiv und auch schon gleich der Termin beim Frauenarzt vereinbart. Am liebsten würde man einfach nur in die Luft springen und gleich jedem davon erzählen. Mama, Papa, seinen Geschwistern das sie wieder Tante/Onkel werden etc. Doch da ist jetzt ja noch jemand. Das war beim ersten mal anders 🙂 Aber wie sag ich unserer Tochter jetzt am Besten, dass sie bald ein kleines Geschwisterchen bekommt? Sollte ich es ihr gleich sagen? Nein besser nicht sonst weiß es sofort der ganze Kindergarten und die ganze Welt. Also doch besser noch abwarten.

Zur ersten Untersuchung sind wir dann alleine hin und waren wieder total happy mit unserem Ultraschallbild. Doch leider ging es dann schon wieder los… die liebe Schwangerschaftsübelkeit von der Anja bereits beim ersten Kind so geplagt war. Mehrmals täglich musste sie sich übergeben und sie war kraftlos und schwach. Da fragte sich unserer Tochter Elina schon einige male warum es Mama so schlecht geht. Als kleine Notlüge haben wir dann einfach gesagt sie wäre krank da wir es ihr in so einem frühen Schwangerschaftsstadium noch nicht sagen wollten. So vergingen noch ein paar Wochen bis wir dann zur nächsten Untersuchung in der 12. Schwangerschaftswoche gefahren sind.

Das wird eine Überraschung

Jetzt ist es soweit… ich glaube wir sagen es unserer Tochter jetzt so 🙂 Als kleinen Vorwand haben wir zu Elina gesagt das wir zum Doktor nach Innsbruck fahren und sie uns begleiten kann. Im Wartezimmer haben wir etwas gespielt und dann war es soweit. Sie konnte sich zum ersten mal ihr Geschwisterchen im Bauch von Mama ansehen. Elina war sehr überrascht und konnte es gar nicht so richtig realisieren. Sie war damals gerade mal 4 Jahre alt. Sie hat einfach nur geschaut und das kleine erbensgroße „Ding“ am Monitor angestarrt und sich von der Ärztin ein wenig erzählen lassen. Danach kamen dann ein paar Fragen auf uns zu. Wann kommt das Baby? Wird es ein Mädchen? Ich will eine Schwester haben! Kann ich dann gleich mit ihr spielen?

ultraschallbild unsers sohnes jaron

Die Schwangerschaft so richtig genießen

Endlich war die „schlimme“ Zeit dann im vierten Schwangerschaftsmonat vorbei und die Übelkeit hat nachgelassen sodass auch Anja diese Zeit genießen konnte. So langsam konnte man jetzt einen schönen Babybauch erkennen und Elina war immer sehr gespannt. Sie wollte am Bauch fühlen, mit dem Ohr lauschen ob sie was hört und sie war sehr interessiert. Es war eine tolle Zeit voller Vorfreude und wir konnten uns in diesen Monaten sehr auf unsere Tochter und auch den kommenden Nachwuchs konzentrieren. Vieles war uns bereits bekannt aus der ersten Schwangerschaft und so ist man oft beruhigter und flippt nicht bei jeder Kleinigkeit aus.

Wie es sich gehört war dann auch noch das Shopping geplant. Kinderwagen*, Kinderkleidung, Babyschale*, Fläschchen – einfach alles was dazu gehört. Das ist wohl die liebste Zeit für die Frauen. Ich kann gar nicht sagen in wie vielen Kinderläden wir so waren – abgesehen von den unzähligen Onlineshop Besuchen 😀 Aber da müssen wir Männer durch.

Der große Tag

Der Geburtstermin rückte immer näher und Anja wurde so langsam etwas nervös wann den endlich unser zweites Kind kommt. Bei der letzten termingerechten Untersuchung war zum Glück wie auch bei den Kontrollen davor alles in bester Ordnung. Nur es gab noch keine Anzeichen dafür das unser kleiner Schatz ausziehen will. Auch am errechneten Tag war es noch nicht soweit und dann hieß es: „Wenn bis zum 11. Jänner nix passiert müssen wir einleiten“.

Na toll… bereits bei Elina waren wir 10 Tage darüber und genau am Abend vor der Einleitung kam sie ohne Einleitung zur Welt… doch diesmal mussten wir zur Einleitung. Aber es war auch schön sagen zu können, dass das Baby an diesem Tag kommen wird (wenn natürlich alles nach Plan läuft). Zuerst dachten wir es könnte noch ewig dauern doch dann ging alles ganz schnell. Als die Wehen ordentlich einsetzten war unser kleiner Jaron innerhalb einer Stunde auf der Welt und wir konnten ihn in den Armen halten.

Jaron Geburt Schwangerschaft Entbindung zweite Kind

Leider war es dann schon relativ spät für unsere Tochter da sie schon geschlafen hatte, doch morgen früh wird sie uns gleich besuchen kommen und kann ihren Bruder voller stolz in den Armen halten. Es war ein ganz besonderer Moment, mit einem tollen Kleid kam sie ins Krankenhaus, ganz vorsichtig und liebevoll sah sie ihn an, streichelte ihn und war ganz stolz als sie Jaron dann halten konnte.

Das zweite Kind – Jetzt ist alles anders

Nicht nur für uns als Eltern hatte das zweite Kind sehr viel geändert, sondern auch für unsere Tochter Elina. Es wurde eine relativ schwere Zeit und auch heute noch ist es nicht immer so einfach zwischen den beiden. Immer stand sie im Mittelpunkt, jeder spielte mit ihr, brachte ihr Sachen mit und alles drehte sich um sie. Und jetzt ganz plötzlich ist alles anders. Wenn Besuch kommt schauen alle auf den Kleinen, Mama und Papa verbringen mehr Zeit mit dem Kleinen, Geschenke bekommt der Kleine… was soll das alles. Ja, die Eifersucht war echt groß. Wir haben alles versucht, auch sie hat Geschenke bekommen, wir versuchten uns abzuwechseln, dass wir nicht beide gleichzeitig mit dem Kleinen etwas machten doch es war nicht mehr das Selbe wie früher.

Elina spielt mit ihrem kleinen Bruder Jaron

Das Schlimmste für sie war ja dann als sie es registriert hatte warum es eigentlich ein Bruder geworden ist obwohl sie eine Schwester wollte. So kam dann die Frage: „Können wir ihn nicht umtauschen gegen eine Schwester?“. Buh, da haben wir mal geschaut, aber mit der Zeit wurde es dann besser. Sie begann ihn mehr zu akzeptieren auch wenn sie mit ihm noch „nix“ anfangen konnte. Der kann ja nicht mal reden! Mit ihm kann man noch gar nicht spielen! Der kann ja nicht gehen oder krabbeln!

Die große Schwester

Ja, schnell vergeht die Zeit. Am 11. Jänner 2020 wird unser Jaron jetzt schon 3 Jahre und unsere Tochter Elina ist jetzt schon 8. Sie hat Jaron dann mehr und mehr akzeptiert, hat versucht mit ihm zu spielen. Brachte ihm Kuscheltiere, hat ihm ein paar Dinge gezeigt aus ihren Büchern* oder hielt ihm das Fläschchen. Als er dann langsam Laute von sich gegeben hat, sich auf den Bauch gedreht und dann gesessen ist war das Interesse an ihm auch gleich viel größer. Bald darauf konnte er stehen, die große Schwester konnte ihm viel zeigen und beibringen und versuchte ihn zum Gehen zu animieren, das er Sachen nachmacht usw.

Elina mit dem zweiten Kind Jaron im Zoo

Jetzt wo er ihr immer nachläuft, jeden Blödsinn nachmacht und oftmals schon im Weg ist wenn sie mal alleine sein will oder mit einer Freundin spielt nervt er schon etwas 🙂 Da kann es passieren, dass er sie mal beißt wenn sie böse ist und da wieder die Tränen fließen. Doch im Großen und Ganzen ist es einfach wunderschön das sie zu Zweit sind. Für einander da sind, gemeinsam Blödsinn machen und mehr…

Auch wenn sie sich jetzt oft einbringen muss, ihm kurz etwas zu Essen oder Trinken reicht, ihm den Mund abputzt, Spielzeug zureicht und sie das nervt ist es umso schöner wenn man sie zusammen im Bett liegen sieht wie sie kuscheln und schlafen. Oder sie auf der Couch sitzen und der Kleine dann plötzlich auf der Schulter der kleinen Schwester einschläft – solche Momente sind unbezahlbar und das Schönste, dass es auf der Welt gibt.

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