Ich werde wieder Papa – die Geburt unseres Sohnes – Teil 3


Geburtsbericht Schwangerschaft Geburt Titelbild

Inzwischen sind wir schon bei ET+4 und unser Nachwuchs möchte noch immer nicht aus Mamas Bauch ausziehen. Anscheinend gefällt es ihm sehr gut dadrinnen. Deshalb müssen wir uns noch ein wenig gedulden was gerade nicht unsere Stärke ist. Vor allem hat Anja doch etwas Angst vor einer eventuellen Einleitung und so hoffen wir das unser kleiner Schatz doch noch ohne „Hilfe“ zur Welt kommt und es eine Geburt ohne Komplikationen wird.

Lange kann es nicht mehr dauern bis zur Geburt…

Naja, auf der einen Seite ist eine Einleitung nicht gerade das was man sich wünscht, auf der anderen Seite weiß man unter Umständen dann zumindest, dass es nicht mehr so lange dauern kann. Am vierten Tag über dem errechneten Geburtstermin* steht noch eine Untersuchung an. Dem Kind geht es super, es hat sich prächtig entwickelt und auch der Mama geht es gut. Das CTG ist ebenfalls perfekt und so können wir nur noch eines machen: Abwarten ob die Wehen noch von selbst einsetzen und die Geburt von alleine losgeht. Sollte das nicht der Fall sein haben wir einen Termin zur Einleitung bekommen.

Anja Schwangerschaft SSW41

Am 11. Jänner 2017 sollten wir um 8:00 Uhr früh in der Klinik sein. Und jetzt steigt die Nervosität doch ordentlich. Immer wieder gibt es Anzeichen der Wehen aber leider geht es nicht so richtig los und sie lassen immer wieder nach.

Um der Einleitung doch noch zu entgehen haben wir ein paar Tipps der Hebamme versucht wie ein warmes Bad nehmen oder Treppen steigen und weitere Tipps. Doch es hat nichts geholfen…

Jetzt geht es zur Einleitung

Bei unserer Tochter sind wir der Einleitung entgangen. Anja war schon 9 Tage über dem errechneten Geburtstermin und am 10. Tag hatten wir bereits den Termin für die Einleitung. Zu unserem Glück wollte Elina dann doch noch ohne Einleitung raus und die Wehen hatten am Abend vor der Einleitung eingesetzt. Auch diesmal hatten wir die Hoffnung, dass es wieder so kommt. Doch leider war es nicht so…

Der Abend vor der Einleitung war nicht gerade sehr entspannt. Eine Mischung aus Aufregung, Angst und Vorfreude machte sich breit. Wir versuchten uns zu entspannen (ok, als Papa hat man da doch leicht reden *gg*) und alles auf uns zukommen zu lassen. Doch viele Fragen gingen uns schon durch den Kopf: Wie lange dauert so eine Einleitung? Wie funktioniert das Ganze? Sind die Wehen bei der Einleitung stärker? usw…

Am Morgen der Einleitung und der hoffentlich bald anstehenden Geburt haben wir unsere Tochter Elina zur Oma gebracht und machten uns auf den Weg ins Krankenhaus. Im Kreissaal eingetroffen wurden wir nett empfangen und sind ins Zimmer gekommen. Dort wurde zuerst einmal ein längeres CTG geschrieben und wir wurden schon einmal vorgewarnt: So eine Einleitung kann schon auch dauern bis die Geburt losgeht. Da sind auch gut und gerne 3 Tage Aufenthalt möglich! Damit hätten wir nicht gerechnet und hofften darauf das es bald losgeht.

Die Wehen sind schon einmal da!

Am CTG gab es immer wieder Ausschläge. Mal mehr mal weniger. Aber so wirklich Wehen konnte man das noch nicht nennen. Deshalb braucht es jetzt Hilfe 🙂

Bei einer Einleitung gibt es mehrere verschiedene Methoden. In unserem Fall hatten wir 3 Möglichkeiten zur Auswahl. Zwei Methoden mit Medikamenten und eine neuartige Methode ohne. Nach ein wenig Bedenkzeit hatte sich Anja dafür entschieden auf die medikamentenfreie Methode zurückzugreifen. Erste Gedanke von mir: Ohje, ob das wohl funktionieren wird. Da sitzen wir sicher noch lange da.

Und ich glaube ich behalte recht. Wir spazieren in den Gängen auf und ab, sitzen im Aufenthaltsraum und schauen das die Zeit irgendwie vergeht. Immer wieder mal wird ein CTG geschrieben und es gibt keine auffälligen Veränderungen. Die Wehen sind relativ gleichbleibend und wir sind noch weit von einer Geburt entfernt.

So schön langsam verlieren wir auch etwas die Hoffnung, dass diese Methode Erfolg haben wird. Die Zeit vergeht und es ist schon 18:00 Uhr. Kommt der Bauchbewohner noch vor Mitternacht raus? Oder erst morgen? Oder vielleicht dauert es noch länger?

Endlich geht es los – Die Geburt

Wir haben die Hoffnung schon verloren und siehe da, die ersten ordentlichen Ausschläge am CTG. Buh jetzt sind die Wehen echt schon sehr stark. Ein Blick auf den Wehenschreiber und ja, ich kann echt mitfühlen. So sehr wie ein werdender Papa diese Schmerzen nachempfinden kann – also gar nicht. Man kann nur so gut wie möglich beistehen und versuchen zu helfen. Gerade mal ein paar Wehen und plötzlich geht die Zimmertür auf. Zwei Hebammen und eine Ärztin die meinen es ist an der Zeit, in den Kreißsaal umzuziehen. Dort angekommen meinte die Ärztin das unser Baby gestresst ist und die Herztöne nicht wie sie sein sollten. Der Cook Ballon (den Anja zur Einleitung erhalten hat) muss wieder raus. Als dann auch noch die Fruchtblase platzte meinte die Ärztin, jetzt sollte was weiter gehen.

Anja wollte unbedingt noch ein paar Runden gehen und das taten wir dann auch. In 10 Minuten sollen wir uns zurück melden, um ein CTG zu schreiben und ein Wehen verstärkendes Mittel anzuhängen. Die Wehen wurden schon beim Gehen im Gang intensiver und nach 10 Minuten war Anja froh das sie sich hinlegen konnte. Das CTG wurde angehängt und der Muttermund untersucht. Stand null, noch hat sich nichts getan. Die Hebamme fragte Anja ob sie vorerst noch etwas in der Badewanne entspannen möchte bis es soweit ist, Anja stimmte zu.

Bei Elina war es ihr großer Wunsch in der Wanne zu entbinden, dieses Mal haben wir gar nicht darüber geredet oder uns darüber Gedanken gemacht.

Die beiden Hebammen waren super nett und haben alles versucht um uns eine entspannte Atmosphäre zu schaffen.

Das ging jetzt aber schnell

Das Wasser ist eingelassen, Anja legt sich ins Becken und ich halte ihre Hand und helfe ihr so gut es geht bei jeder Wehe. Jetzt heißt es warten bis der Muttermund weit genug geöffnet ist. Nicht mal 20 Minuten sind vergangen und nur ein paar Wehen da hat Anja das Gefühl sie möchte pressen.

Die Hebamme meint nur, nein das dauert noch. Da müssen wir noch Geduld haben. Doch Anja sagt nochmals sie solle bitte kontrollieren ob es nicht doch schon so weit ist. Und zur großen Überraschung ist der Muttermund schon komplett geöffnet und die Presswehen gehen los.

Ein paar Wehen später ist unser kleiner Schatz da. Ein Junge! Und wir können ihn endlich in den Armen halten, ihn beruhigen und auf der Erde willkommen heißen.

Das war jetzt aber eine schnelle Geburt, hat die Hebamme gemeint, damit hätte sie überhaupt nicht gerechnet. Ja, wir auch nicht. Gerade einmal 50 Minuten hatte die Geburt gedauert und unser Sohn lag in unseren Armen.

Jaron Geburt Schwangerschaft Entbindung

Das größte Glück der Welt

Hier ist es wieder. Dieses Gefühl. 9 Monate weiß man: Unser kleiner Liebling wächst im Bauch heran. Doch wenn es wirklich soweit ist kann man es kaum glauben und realisieren. Dieses kleine „Häufchen“ gehört jetzt uns und wir müssen alles dafür tun um es zu beschützen und groß zu ziehen.

Ja, jetzt ist unsere Familie „vorerst“ komplett. Es ist ein gesunder Junge mit 53 cm und einem Gewicht von 3.790 g. Und wir nennen ihn Jaron 🙂 Nach einer längeren Namenssuche* haben wir uns dafür entschieden. Ein häbräischer Name mit der Bedeutung: Er wird glücklich sein. Ja… glücklich waren wir alle. Glücklich das alle gesund und wohlauf sind.

Anja ist von der Geburt schon doch etwas mitgenommen. Ein langer Tag mit vielen Ereignissen doch das Glück ist ihr ins Gesicht geschrieben. Endlich können wir unseren Sohn in den Armen halten und genießen die schönen Augenblicke im Kreissaal, eng aneinander gekuschelt.

Aber jetzt heißt es dann wieder erholen und etwas schlafen und morgen können wir unserer großen Tochter ihren kleinen Bruder vorstellen 🙂

Hier findet ihr den ersten Teil des Geburtsberichts >>
Hier findet ihr den zweiten Teil des Geburtsberichts >>

Jaron Geburt Geburtskarte

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