Warum sabbert mein Baby und was hilft dagegen?


kleines baby sabbert

Ich weiß ja nicht wie es euch so geht aber bei uns läuft es den ganzen Tag aus dem Mund. Ja, die Rede ist vom Sabber unseres kleinen Lieblings Jaron. Das ist wirklich neu für uns. Unsere Tochter Elina hatte so gut wie niemals gesabbert. Maximal ganz kurz wo die ersten Zähne gekommen sind aber das war es dann auch schon. Jetzt ist wieder einmal alles komplett anderst und unser Sohn sabbert mit fast 14 Monaten immer noch sehr. Aber woran liegt es wohl und was kann man dagegen tun?

 

Sabbern ist ganz natürlich und zeigt eine normale Entwicklung

9 Monate sind die Kleinen im Bauch der Mutter komplett umgeben von Wasser. Da fällt es ja gar nicht erst auf wenn sie sabbern 🙂 Dann kommen sie zur Welt und es ist nicht mehr OK wenn der Speichel aus dem Mund läuft. Aber keine Sorge, jedes zweite Kind sabbert und das gehört zur Entwicklung der kleinen Lieblinge dazu und ist komplett normal. Es zeigt eine normale Entwicklung und ist ganz natürlich.

 

Viel Geduld ist gefragt

Bei unserer Tochter haben wir uns gar nie Gedanken über das Sabbern gemacht. Sie hat es einfach nie getan. Nicht wo die Zähne gekommen sind, nicht wo sie reif war für Beikost noch sonst in irgend einer Phase ihrer Entwicklung. Wir hätten nie gedacht das Sabbern so sehr zur Entwicklung eines Kindes mit dazu gehören kann. Wenn man Kinder von befreundeten Eltern gesehen hat dachte man immer „Warum sabbert den dieses Kind so?“ Da fließt ja nur alles aus dem Mund heraus.

Und jetzt ist alles anders. Unser Sohnemann ist auch ein kleines Sabberbaby 🙂 Es sabbert den ganzen Tag und das in Unmengen. Er ist jetzt schon fast 14 Monate alt und es bessert sich nicht. Er hat einfach den Mund offen und schon rinnt es heraus. Da kann man machen was man will. Das Einzige was hilft ist Geduld. Man muss den Babys ihre Zeit geben die sie brauchen.

 

Warum kommt es dazu das ein Baby sabbert?

Wie schon gesagt ist das Sabbern etwas ganz Natürliches in der Entwicklung des Babys. Auch wir Erwachsenen produzieren viel Speichel aber wir lassen den Mund geschlossen, können den Schluckrefelx gut steuern und so kommt es nicht zum überlaufen. Doch bei einem Baby ist das anders. Sie haben den Mund sehr oft weit geöffnet und merken es nicht einmal wenn Sabber herausläuft. Sie schlucken nicht die ganze Zeit und es macht ihnen auch gar nix aus wenn was überläuft.

Für ein Baby ist alles neu. Es kennt die ganzen Vorgänge im Mund noch nicht und muss alles erst kennenlernen. Das Sabbern ist hier eine Art Trainingsmethode um diesen Vorgang kennen zu lernen.

Natürlich ist das Sabbern auch eine Nebenwirkung der oralen Phase eines Babys. Der Mund ist in den ersten Lebensmonaten der Tastsinn eines Babys. Alles was es in die Hände bekommt wird direkt zum Mund geführt und damit abgetastet. So entdeckt es die Welt und die Gegenstände. Das dabei alles vollgesabbert wird versteht sich von selbst 🙂

Neben diesen ganz natürlichen Vorgängen gibt es auch verschiedene Anzeichen das Entwicklungsstufen erreicht werden und es daher zum Sabbern kommt.

 

Ein Zeichen das die Zähne kommen

Gerade wenn die Entwicklung so weit fortgeschritten ist das sich die Zähne bemerkbar machen produzieren die Sprösslinge sehr viel Speichel. In dieser Zeit kommt es häufig dazu, dass die Lieblinge anfangen zu sabbern. Bei einigen Babys ist es nur in einem gewissen Zeitraum des zahnens der Fall, bei anderen dauert dieser Prozess sehr viel länger an.

 

Bereit für die Beikost

Fängt dein Schatz um den vierten bzw. fünften Lebensmonat herum an zu sabbern kann dies ein Reifezeichen dafür sein das er bereit ist für die Zufuhr von Beikost. Die Entwicklung des Verdauungstraktes ist relativ weit fortgeschritten und die notwendigen Enzyme haben sich gebildet. Die vermehrte Speichelproduktion ist gerne ein Grund dafür das die Babys anfangen zu sabbern.

 

Die Mundmuskulatur ist noch zu untertrainiert

Gerade wenn ein Baby schon etwas älter ist, also schon ca. 1 Jahr und es immer noch sehr häufig mit offenen Mund sabbert ist dies meist ein Zeichen für eine noch zu antrainierte Mundmuskulatur. Die kommt vor allem bei Babys vor die keinen Schnuller haben und so nicht in diesem Ausmaß saugen wie Schnullerbabys. Der Mund bleibt dann auch geöffnet und wird nicht wie beim Saugen geschlossen. Hier können gezielt Übungen helfen diese Muskulatur zu stärken. Einfach Spiele mit den Kleinen machen. Pustespiele wo man Gegenstände wegbläst, Grimassen schneiden oder ähnliches. So wird die Muskulatur gestärkt und es kann schnell zur Besserung führen.

 

Was hilft gegen das Sabbern?

Ganz viel Geduld

Das Wichtigste in dieser Zeit ist Geduld. Und je nachdem wie stark das Sabbern ist braucht man eine ganze Menge davon. Leider kann man das Sabbern nicht einfach abstellen und es kann nur kurze Zeit auftreten oder sogar über Jahre. Da muss man seinem Liebling wirklich die Zeit geben die er braucht damit es sich mit seinem Körper beschäftigen kann bis das Sabbern dann endlich aufhört. Aber bis dahin kann man es nur versuchen zu fördern und so gut wie möglich mit der Tatsache zurecht zu kommen.

 

Die Mundmuskulatur stärken

Die unterminiert Mundmuskulatur ist ein häufiger Grund dafür das ein Baby sabbert. So kann man versuchen diese gezielt zu trainieren. Gib deinem Liebling harte Sachen bei den Mahlzeiten wie eine Brotrinde oder ähnliches worauf er herumkauen kann. Versuche dich an feste Mahlzeiten zu halten und lege auch Pausen dazwischen ein. Fall dein Schatz bereits einen Schnuller hat gib ihm diesen nur noch gezielt und für einen gewissen Zeitraum. Ist dein Schatz schon etwas älter lass ihn häufig aus einem Strohhalm trinken und mach mit ihm Spiele wie das Wegblassen wo Wattebällchen. All diese Übungen helfen dabei die Mundmuskulatur zu stärken und seit das Sabbern zu verbesssern.

 

Babylätzchen und Molltücher

Als Elternteil eines sabberten Kindes weiß man wie nervig es ist wenn die ganze Zeit die Kleidung nass ist. Es vergehen nur ein paar Minuten und schon ist der Pullover bzw. das Shirt komplett durchgenässt. In den kalten Jahreszeiten kann es da schnell zu Verkühlungen und kranke Babys kommen. Da helfen Babylätzchen* und Mullwindeln* um etwas entgegenzuwirken. Diese werden um den Hals gebunden und stören das Baby überhaupt nicht. So wird der Speichel vom Lätzchen aufgesaugt die sehr saugstark sind und verhindern das die Kleidung nass wird.

 

Leider kann man neben diesen paar Tipps nicht wirklich was gegen das Sabbern machen. Hier muss man versuchen so gut wie möglich damit klarzukommen damit die Kleidung nicht immer nass wird und es für das Baby nicht angenehm wird. Ansonsten muss man einfach Geduld haben und hoffen das es bald einmal aufhört.

Auch wir warten immer noch hart darauf das dieses Sabbern aufhört. Wir sind es aber schon so gewohnt das es uns nichts mehr ausmacht. Es gehört einfach dazu und es solange die Lieblinge gesund sind gibt es viel schlimmere Dinge als etwas Sabber 🙂

 

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16 comments on “Warum sabbert mein Baby und was hilft dagegen?

  1. Ja das kommt mir bekannt vor. Jetzt hat aber auch Kind Nr.4 die Phase gut überstanden ;-).
    Keine Ahnung wie oft wir die Kinder umziehen mussten, weil wieder alles nass war vom Sabbern.

    Lg aus Norwegen
    Ina

    • Patrick Pöschl on said:

      Oh, bei 4 Kindern habt ihr bestimmt genügend Erfahrung damit 🙂 Fein zu hören das ihr diese Phase auch beim 4ten Kind hinter euch habt.

      Liebe Grüße
      Patrick

  2. ein wirklich interessanter und informativer Beitrag! ich muss zugeben, dass ich noch nicht alle Facts kenne, die mir aber im späteren Beruf vl sogar nützlich sein könnten 😉

    einen schönen kleinen Freitag und liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com

  3. Echt, ist Sabbern so verbreitet? Wusste ich gar nicht. Dann hoffe ich Mal, dass die Sabberohase bei euch schnell vorüber ist!!

    • Patrick Pöschl on said:

      Vielen Dank, ja wir hoffen auch dieses Zeit ist bald vorbei. Ja, es sind sehr sehr viele Babys davon betroffen 🙂

  4. Lisa on said:

    Ein sehr interessanter Beitrag! Wenn ich in einigen Jahren auch mal das “Problem” mit meinem Baby habe, kommt mir dein Beitrag bestimmt wieder in erinnerung.:)

    Liebe Grüße
    Lisa

    • Patrick Pöschl on said:

      Dankeschön. Ja mal schauen, vielleicht bleibst du ja davon verschont 🙂

      Liebe Grüße
      Patrick

  5. Bei uns ist es schon lange her, als unser kleiner ein Baby war…

    Aber ich habe Deinen Bericht sehr gerne gelesen, war sehr interessant!

    Hab einen schönen Abend!

    xoxo
    Jacqueline

  6. Hey,

    ich habe ja noch keine Kinder, daher kenne ich das „Problem“ nicht, aber ich bin der Meinung sowas vor kurzen von meiner Freundin gehört zu haben. Ich werde den Link mal kopieren und ihr gleich schicken, vielleicht interessiert sie sich ja allgemein für den Blog, da hier ja immer viele hilfreiche Tipps und Beiträge sind.

    Lg
    Steffi

    • Patrick Pöschl on said:

      Hallo Steffi,
      vielen Dank für deinen netten Kommentar und die Weiterleitung. Freut uns sehr wenn wir immer wieder hilfreiche Tipps weitergeben können.
      Liebe Grüße
      Patrick

  7. nici on said:

    Ach ja… Ich kann mich an das noch ganz genau errinnern, wenn das Oberteil immer so nass war ^^. Finde deinen Beitrag sehr hilfreich geschrieben. Wir hatten immer ein kleines Halstuch dran, damit es nicht so auffällt ^^. Aber das ging ja auch irgendwann vorbei und bei den einem ist es mehr, bei den anderen weniger.

    Alles liebe

    • Patrick Pöschl on said:

      Hallo Nici,
      danke für deinen Kommentar. Ja genau, wenn es den ganzen Tag fließt dann ist immer alles nass leider. Wir haben auch immer Halstücher die zum Glück eh ganz nett aussehen. Wie du sagst, zum Glück geht die Zeit ja eh schnell vorbei 🙂

  8. Kenne ich! Immer, wenn die Kinder Zähne bekamen, sonst ging es eigentlich. Mulltücher waren dann unsere liebsten Freunde!

  9. Das hast du wirklich sehr ausführlich erklärt. Ich habe mir ehrlich gesagt darüber noch nie Gedanken gemacht., es war für mich immer etwas normales.
    Liebe Grüße
    Sigrid