Hilfe! Unser Baby hasst Autofahren – Ursachen & Tipps


baby beim autofahren in der babyschale

Wenn uns jemand gesagt hätte es gibt Kinder die das Autofahren hassen dann hätten wir das niemals im Leben geglaubt. Als wir unsere erste Tochter bekommen haben war das Auto eines der besten Einschlafmittel überhaupt. War sie im Auto hat sie schon geschlafen. Da waren wir echt verwöhnt und dann ist plötzlich alles komplett anders und das kann man echt nicht glauben. Ein Baby das es einfach nicht leiden kann im Auto zu sitzen oder vielleicht sogar einzuschlafen? Ja, unser Sohn ist so einer 🙂

 

Einsteigen und das Schreikonzert geht los

Angefangen hat es wirklich schon von Anfang an. Auch als er noch unter 2 Monate alt war, haben wir schon gemerkt, dass er im Auto einfach total unruhig ist und darin nicht einschlafen kann. Da haben wir uns noch nicht viel dabei gedacht und waren der Meinung, dass wird sich sicherlich bald ändern. Von Autofahrt zu Autofahrt war es aber immer das Selbe. Rein ins MaxiCosi*, im Auto anschnallen und losfahren. JA, da ist das Geschrei schon wieder. Später hat es sogar angefangen, dass unser kleiner Schatz schon geweint hat wenn wir Richtung Auto gegangen sind. Er hat es einfach gehasst und hasst es immer noch 🙁

 

Wir haben alles versucht

Man glaubt nicht wie schwierig eine Autofahrt zum Einkaufen oder zum Arzt sein kann wenn man ein Baby dabei hat das die ganze Zeit brüllt. Von Konzentration ohne Ablenkung beim Autofahren will man da gar nicht erst sprechen. Man versucht alles, dass es dem Kleinen gut geht, und fängt echt an zu verzweifeln.

Fühlt er sich auf der Rückbank alleine? Natürlich, dann setzen wir die Schwester hinten rein die ihn unterhält. Nein, das funktioniert nicht. OK, Papa sollte das mal versuchen. Auch ohne Erfolg. Und wie ist es wenn Mama mit auf der Rückbank sitzt? Nein, keine Chance. Er will einfach nicht im MaxiCosi liegen und es gibt nur ein Gegenmittel. Aus der Babyschale* rausnehmen. Aber das ist während der Fahrt nicht möglich.

Dann versuchen wir es mal mit verschiedenen Spielzeugen wie Babyrasseln, Kinderbüchern und mehr. Oh nein, auch das funktioniert nicht. Da wurde wirklich jede Autofahrt zu einer Qual für uns. Doch oft kommt man einfach nicht aus und man braucht das Auto, gerade am Land.

Woran kann es liegen das Babys nicht Autofahren wollen?

Diese Frage beschäftigt uns wirklich noch heute. Wir haben so viel versucht und auch auf Vieles gehofft. Eventuell mag er einfach die Babyschale nicht und es wird besser wenn er in einem Kindersitz sitzen kann? Ja, das wird es garantiert sein. Dann kam die Zeit wo wir auf einen Reporter Kindersitz von Cybex* umgestellt haben. Mit großer Erwartung eingebaut und gehofft.

Das haben wir aber nur gedacht. Leider keine Besserung. Dann versuchen wir im zweiten Auto einen Kindersitz wo er nach vorne schauen kann – auch ohne Erfolg. Und jetzt wo er über ein Jahr alt ist und aus dem Fenster sieht könnte es vielleicht besser sein. Nein, auch das funktioniert nicht 🙂

 

Tipps für angenehmere Autofahrten

Leider ist es für uns noch heute schwierig in „Ruhe“ mit unserem kleinen Liebling mit dem Auto von A nach B zu fahren. Doch es wird schön langsam etwas besser da man sich mit dem Thema auseinander gesetzt hat und sich versucht in die Lage des Babys zu versetzen. Hier zeigen wir euch ein paar Tipps auf und natürlich die Ursachen die dazu führen das dein Liebling im Auto unglücklich ist.

 

Fehlender Sicht- und Körperkontakt beim Autofahren

Für viele Kinder ist es eine total unangenehm wenn sie ihre Elternteile nicht sehen können. Gerade für Traglinge ist es unerträglich wenn Mama nicht in der Nähe ist. Sie verstehen nicht warum sie plötzlich in einer Babyschale liegen sollen und niemanden mehr sehen können. Sie sind noch zu klein um die Zusammenhänge zu verstehen das Mama nur vorne hinter dem Steuer sitzt. Obwohl man mit ihnen redet fühlen sie sich alleine. Es fehlt ihnen einfach die Nähe, die Wärme und der Körperkontakt.

Hier gibt es leider keine wirkliche Lösung. Das Einzige das man versuchen kann ist die Babyschale bzw. den Kindersitz am Beifahrersitz zu montieren. Natürlich ist es auf der Rückbank am Sichersten, aber wenn es keine andere Möglichkeit gibt sollte man dies in Betracht ziehen. Wichtig ist hier auf alle Fälle den Airbag auszuschalten auf der Beifahrerseite. Jetzt wo dich dein Schatz während der Fahrt sehen kann und du ihm gut zureden kannst könnte sich die Situation verbessern.

Pass aber auf, dass du dich dadurch nicht zu sehr ablenken lässt und immer wieder zur Seite schaust und versuchst deinen Liebling zu beruhigen. Bleib konzentriert bei der Autofahrt um ein Unfallrisiko zu vermeiden.

Eine andere Möglichkeit ist es einen Spiegel* zu verwenden der an der Rückbank festgemacht wird. Dieser ist dazu geeignet um Kinder in einem Reboarter-Kindersitz zu sehen. Diesen kannst du aber Zweckentfremden und umdrehen damit dein Baby dich sehen kann.

 

Das Baby hat zu wenig Bewegungsmöglichkeiten

Den ganzen Tag kann dein Schatz herumspringen und sich bewegen wie es möchte. Doch geht es rein ins Auto ist es plötzlich festgeschnallt und hat kaum Bewegungsfreiheiten. Natürlich dient das nur zur Sicherheit aber dein Baby versteht das natürlich noch nicht. Achte hier darauf, dass die Gurte richtig angelegt sind, diese sollten nicht zu fest und auch nicht zu eng sein damit sich dein Schatz noch halbwegs gut bewegen kann. Die Enge in einer Babyschale bzw. im Kindersitz ist für viele Kinder total unangenehm und sie fangen an zu schreien.

Es gibt Babyschalen die etwas mehr Platz bieten als manch andere. Vielleicht versuchst du mal eine andere zu verwenden die mehr Platz bietet, evtl. könnte das helfen. Auch die Herausnahme des Polsters in der Babyschale sorgt für mehr Platz und kann Wunder wirken.

 

Die Fliehkräfte beim Autofahren mit Baby sind sehr groß

Als Erwachsener merkt man es oft gar nicht mehr. Aber sitzt man mal verkehrt im Bus, Zug oder in der U-Bahn kann das schon ein unangenehmes Gefühl sein. Wird dann auch noch gebremst sorgt das schon bei Erwachsenen für Unwohlsein. Viel schlimmer ist dieses Gefühl für ein Kind. Es liegt in der Babyschale und hat keine Ahnung was als Nächstes kommt. Dann wird wieder gebremst, Gas gegeben, gebremst und dann wieder der selbse Kreislauf. So kommt das Baby sehr schnell in ein Ungleichgewicht und es fühlt sich unwohl.

Versuche hier so wenig unangenehme Situationen wie möglich für dein Baby zu schaffen. Keine scharfen Bremsvorgänge, keine wilden Beschleunigungen und das Autofahren könnte schon angenehmer und erträglicher für deinen Schatz werden.

 

Dein Schatz ist einfach zu müde

Wir hatten selbst schon oft die Idee zu warten bis der Kleine so richtig müde ist und erst dann steigen wir ins Auto ein und fahren los. Bei unserer großen Tochter hat das immer wunderbar funktioniert. Doch bei unserem Kleinen hat man da überhaupt keine Chance. Dies liegt gerne daran das auch Babys ihre bevorzugte Einschlafposition haben. Müssen sie jetzt in die Babyschale liegen können sie diese Position nicht einnehmen und sie fühlen sich unwohl und fangen an zu schreien. Das kann dann soweit kommen das sie so übermüdet sind das es nach hinten los geht und sich nur mehr schreien und auf gar keinen Fall einschlafen können.

 

Dein Baby hat zu warm oder zu kalt

Man steigt ins Auto ein, draußen ist es kalt und das Baby ist optimal angezogen. Im Auto wird dann die Heizung angemacht und schon kann es passieren, dass die Temperatur beim Autofahren für deinen Schatz gar nicht mehr passt. Hat dein Baby zu warm oder zu kalt kann es natürlich nur mit Schreien darauf reagieren. Experimentiere hier etwas um herauszufinden wie viel bzw. wie wenig du deinem Schatz anziehst wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid. Vielleicht helfen Baumwollbezüge oder Schlafsäcke um die optimale Temperatur zu erreichen.

 

Übelkeit bei der Autofahrt

Es gibt genügend Erwachsene die bei längeren Autofahrten an Übelkeit leiden. Kinder hingegen kommen sehr schnell aus dem Gleichgewicht das eine Fortbewegung im Auto für den Menschen von Natur aus nicht vorgesehen ist. Als Erwachsener sieht man und nimmt auch wahr was als nächstes kommt. Eine Kurve, ein Bremsvorgang, einbiegen etc. Für ein Baby das diese Vorgänge nicht sieht kommt alles unerwartet und dadurch kommt es zu einem massiven Ungleichgewicht was sich durch Übelkeit ausdrücken kann.

Besser wird dieses Gefühl dann wenn die Kinder nach vorne gerichtet im Auto sitzen. Die Reiseübelkeit kommt im Normalfall auch erst zwischen zwei bis drei Jahren. Jedoch kommt es immer wieder vor das auch Babys darunter leiden. Wenn ihr den Verdacht habt das euer Schatz darunter leiden könnte redet evtl. mit eurem Kinderarzt was ihr dagegen machen könnt. Es gibt Zäpfchen/Tabletten die gegen die Reiseübelkeit helfen. Wenig Ablenkung während der Autofahrt und der Blick aus dem Fenster helfen das Gefühl zu verringern.

 

Wir hoffen der ein oder andere Tipp kann euch dabei helfen die schlechte Laune des Babys während dem Autofahren zu reduzieren. Wir sind selbst auch noch dabei das passende Rezept zu finden aber komplette Abhilfe haben wir leider noch nicht gefunden. Aber wir sind weiterhin positiv und es kann ja nur besser werden 😀

Falls ihr Fragen oder weitere Tipps habt könnt ihr sie uns gerne mitteilen oder einen Kommentar hinterlassen 🙂

 

*Affiliate Link

Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

17 comments on “Hilfe! Unser Baby hasst Autofahren – Ursachen & Tipps

  1. Schön dass ihr eine Lösung für euch gefunden habt 🙂 ist sicherlich noch stressiger als sowieso schon mit einems chreienden Kind zu fahren.

    Viele Grüße,
    Emilie
    LA MODE ET MOI

    • Patrick Pöschl on said:

      Hallo Emilie,
      danke, ja zum Glück wird es langsam besser. Aber manchmal kommt man da echt nahe der Verzweiflung wenn das Kind im Auto nur schreit 🙁
      LG Patrick

  2. wieder ein sehr interessanter Beitrag, auch für Leute die keine eigenen Kinder haben! ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der fehlende Körper- und/oder Sichtkontakt ein Grund sind … auch die Bewegungseinschränkung. wer weiß, manche Kinder lieben das Autofahren ja – wäre interessant zu schauen, was da anders läuft 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

    • Patrick Pöschl on said:

      Hallo Tina,
      danke für deinen netten Kommentar 🙂
      Ja das stimmt, unser erstes Kind Elina hat das Autofahren geliebt und das heute noch mit 6 Jahren. Aber unser Sohn hasst es. Haben alles gleich gemacht aber trotzdem noch nicht das richtige Rezept gefunden. Aber langsam wird es zum Glück besser.
      Liebe Grüße
      Patrick

  3. Oje, das ist ja wirklich schade, dass Euer Kind nicht gern Auto fährt. Bei uns war es umgekehrt, alle 3 Kinder und die Enkeltochter sind gern Auto gefahren und schliefen oft ein bei der Fahrt.
    Da hilft wirklich nur Geduld und die Hoffnung auf Besserung, denn auf die Fahrt verzichten geht ja nicht immer. Aber Du schreibst ja selbst, es wird schon besser.
    LG Antje

    • Patrick Pöschl on said:

      Hallo Antje,
      ja wir haben es auch nicht geglaubt da unsere Tochter das Autofahren immer geliebt hat.
      Aber es wird zum Glück so schön langsam besser 🙂
      Liebe Grüße
      Patrick

  4. Unser kleiner mochte das Autofahren auch nicht, wir haben auch vieles ausprobiert, vieles hat leider nicht gewirkt!

    Heute geht es zum Glück besser, aber Autofahren ist nicht seine Leidenschaft! ;oD

    Danke Dir für den tollen Bericht!

    Hab einen schönen Tag!

    xoxo
    Jacqueline

    • Patrick Pöschl on said:

      Hallo Jacqueline,
      ohje, dann hattet ihr das gleiche Problem wie wir. Leider haben auch noch nicht da perfekte Mittel gefunden aber es wird besser.
      Denke auch es wird nie seine große Leideschaft werden 🙂
      Liebe Grüße,
      Patrick

  5. Ich hätte mir auch nicht gedacht, dass es Kinder gibt die Autofahren nicht mögen. Aber es ist zumindest super, dass es für euch schon besser ist. Ist sicher nicht lustig und es stresst bestimmt total.

    Alles Liebe,
    Julia
    http://www.missfinnland.at

    • Patrick Pöschl on said:

      Hallo Julia,
      ja wir haben es selbst auch nicht geglaubt bis wir vom Gegenteil überzeugt worden sind 🙂 Ja sind zum Glück auf einem guten Weg und es wird langsam besser.
      Liebe Grüße,
      Patrick

  6. Steffi on said:

    Hey,

    hätte nie gedacht das Babys Autofahren hassen können, habe das auch noch nie grhört 😀 gut, das ihr eine Lösung für euch gefunden habt 🙂

    Finde es toll, wie ihr das auflistet… sehr hilfreich!

    Lg
    Steffi

  7. Schöner und hilfreicher Beitrag. Bei uns sind die Zeiten zum Glück rum, aber auch ich kenne Autofahrten mit einem schreienden Baby auf dem Sitz.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

  8. Katja on said:

    Ich hätte auch nie gedacht, dass ein Baby Autofahren hassen kann. Habe immer geglaubt, Babys schlafen im Auto immer gleich ein. Das muss anstrengend sein, wenn das Kind im Auto nur schreit.

    • Patrick Pöschl on said:

      Hallo Katja,
      ja leider, das ist wirklich sehr anstrengend. Da will man auf keine Fälle alleine im Auto unterwegs sein.
      LG Patrick

  9. Bei dem Post habe ich ja kurz schmunzeln müssen…uns geht es gerade gleich…allerdings mit einem Welpen. 😉 Zu Kindern kann ich nichts sagen, aber der ein oder andere Tipp von dir funktioniert auch beim Hund. 😉
    Ich wünsche euch gutes Gelingen für die weiteren Autofahrten!

    Alles Liebe,
    Verena
    whoismocca.com

  10. Laura Jenewein on said:

    Uns ging es mit unserer großen Tochter ähnlich. Nur dass es bereits ab dem 4.tag so war. Kaum in Richtung maxi cosi hat sie gebrüllt wie am Spieß. Das ganze ging ein Jahr lang so. Das einzige was ein klein wenig Besserung brachte war wenn ich sie im auto im maxi cosi gestillt habe :-)) oder auch sporadisch ging es mal wenn sie dir abgepumpte muttermilch mit einer Flasche trinken durfte. Zum Glück ist die schlimmste Zeit vorbei.. Aber gerne Autofahren mag sie heute noch nicht. Sogar kleine Fahrten können unsere 3 jährige oft zum brüllen bringen. Bei Fahrten ab 20 Minuten gibt’s deswegen peppa wutz auf DVD am Beifahrersitz Kopf Kissen montiert und eine Schachtel Heidelbeeren… Alles gute euch! Die Erdbeer Zeit kommt bald! 🙂

    • Patrick Pöschl on said:

      Hallo Laura,

      vielen Dank für die Schilderung deiner Erfahrungen 🙂 Sehr interessant. Das mit dem Stillen hat teilweise bei uns auch gut geholfen, aber mal mehr mal weniger. Vor allem ist es eben relativ unpraktisch im MaxiCosi zu stillen 😀
      So schön langsam wird es jetzt besser wo er in Fahrtrichtung sitzt aber er mag es immer noch sehr ungern.
      Danke für deine Tipps und auch dir alles Gute 😉
      LG Patrick