Bauchschmerzen bei Babys – Ursachen sowie Tipps & Tricks


9 Monate Schwangerschaft liegen hinter dir und endlich kannst du deinen Liebling in den Händen halten und so gut wie möglich für ihn da sein. Doch leider kommt es gerade in den ersten drei Lebensmonaten vor, dass diese Freude von starken Bauchschmerzen und anhaltenden Schreiattacken getrübt wird. Hier spricht man auch von den sogenannten Drei-Monats-Koliken. Wie du diese erkennst und was du für deinen Schatz tun kannst um die Bauchschmerzen zu vermindern erfährst du in diesem Artikel.

 

Woher kommen die Bauchschmerzen bei Babys?

Leider kann die Wissenschaft noch immer nicht ganz genau sagen woher die Bauchschmerzen bei Babys kommen. Der häufigste Grund für die Bauchschmerzen ist die Luft im Bauch. Diese kommt auf verschiedene Arten hinein. Zum einen entsteht durch die ganz normale Verdauung Luft im Magen und Darm und dies kann zu Bauchschmerzen führen. Zum anderen kann die Luft durch das Stillen bzw. das Flasche geben in Magen und Darm gelangen.

Die Verdauung ist bei den Babys nach der Geburt noch nicht ganz ausgereift. Es fehlen noch verschiedene Enzyme die sich erst noch in den nächsten Monaten bilden und so muss sich die Verdauung umstellen. Die Verdauung eines Babys unterscheidet sich wesentlich von der eines Erwachsenen. Ein Baby verdoppelt sein Geburtsgewicht in den ersten sechs Lebensmonates und verdreifacht es bis es ein Jahr alt wird. So eine Erfahrung wird ein Baby sein ganzes Leben nicht mehr machen und das ist ein großer Schritt für den Magen-Darm-Trakt um sich zu entwickeln.

 

Die Drei-Monats-Koliken

Etwa 10 – 20 % aller Babys sind von diesen Koliken betroffen. Der Name sagt zwar 3 Monate aber in vielen Fällen können diese krampfhaften Bauchschmerzen bis zu 6 Monate anhalten. Gerade die Jungs sind häufiger von den Koliken betroffen als die Mädchen und diese treten gerne nach den Mahlzeiten auf. Da kommt es zu starken Bauchschmerzen, der Bauch kann hart werden, die Babys ziehen die Beine stark an und schreien sehr laut und lange. Die Koliken entstehen durch Blähungen, also Luft im Magen-Darm-Trakt. Aber auch seelische „Probleme“ können Ursachen von Koliken sein wie eine volle Windel, zu wenig Zuneigung oder Hunger und Durst. Die Phasen sind für viele Eltern, vor allem die Frauen eine sehr schwierige Zeit. Hier gilt es aber dem Kind die Zuwendung zu geben die es braucht. Kein Baby schreit „absichtlich“ sondern nur aus einem Grund, es braucht dich und deine Nähe. Vergiss das niemals auch wenn es noch so schwer ist.

 

Wie kann ich meinem Baby bei Bauchschmerzen helfen?

Es gibt einige Tipps die man befolgen kann um die Bauchschmerzen bei den Babys zu mindern. In den meisten Fällen sind die Bauchschmerzen für das Baby sehr schmerzhaft und für die Eltern eine schwierige Zeit, jedoch ungefährlich. Achte aber trotzdem darauf ob diese Schmerzen nicht zu heftig werden, zu häufig auftreten und sich dein Schatz gar nicht mehr beruhigen lässt. Wenn du dir unsicher bist, der Bauch sehr hart ist, Blut im Stuhl vorhanden ist oder dein Baby das Essen verweigert suche umgehend einen Arzt oder das Krankenhaus auf und lass die Ursachen dafür abklären.

Wichtig bei diesen Tipps ist es, diese nicht nur einmal zu probieren, sondern immer wieder konstant zu versuchen. Vielleicht klappt es nicht beim ersten Mal, auch nicht beim zweiten Mal, aber es kann bei mehrmaliger Anwendung helfen und es kann ein gemeinsames Ritual für euch werden. Habe Ausdauer und versuche in dieser Zeit auch gerne Hilfe vom eigenen Partner, den Eltern bzw. Schwiegereltern oder anderen Personen anzunehmen.

Tipp 1: Körpernähe und Geborgenheit

Das Wichtigste für deinen Liebling in dieser Zeit ist die Nähe. Zeige ihm das du für ihn da bist und versuchst alles für ihn zu tun. Auch wenn dein Baby noch so sehr schreit, behalte die Nerven, trage es herum, streichle es und halte es eng an deinem Körper. Eine Babytrage* ist hier besonders gut geeignet. Das kannst du dann auch gerne mit einem Gymnastikball verbinden indem du darauf sitzt und leichte Auf- und Ab Bewegungen durchführst. Dies erinnert dein Kind an die Zeit im Bauch und beruhigt es.

 

Tipp 2: Regelmäßige Bäuerchen nach dem Essen

Es gibt zwei Möglichkeiten Druck abzulassen. Entweder nach oben oder nach unten. Als Erwachsener findet man es „ekelig“ und es gehört sich nicht. Aber wenn man mal ein Elternteil ist freut man sich in den ersten Lebensmonaten über diese Geräusche. Schaue darauf das dein Schatz nach dem Essen sein „Bäuerchen“ machen kann. Nimm es aufrecht und versuche das der Kopf dabei auf deiner Schulter liegt. Streichle sanft den Rücken oder klopfe ihm dabei leicht auf den Hintern. Dann sollte das Bäuerchen schon bald kommen. Lege dir am Besten immer ein Spucktuch* über die Schulter falls beim Bäuerchen Essen mit hochkommt.

 

Tipp 3: Anti-Kolik-Flaschen bzw. richtiges Anlegen an die Brust sowie Ernährung

Solltest du dein Baby mit dem Fläschchen füttern verwende bei Bauchschmerzen am Besten Anti-Kolik-Flaschen*. Diese sind darauf ausgelegt, dass dein Baby beim Füttern so wenig Luft wie möglich schluckt. Warte auch bei der Zubereitung des Fläschchens wenn du es schüttelst bis der Schaum weg ist und verabreiche es erst dann.

Wenn du deinen Schatz stillst schaue darauf das es richtig an der Brust anliegt und „schön“ daran saugt sodass es nicht eine Menge Luft mitschluckt. Wichtig ist auch was du als Mutter zu dir nimmst wenn du stillst. Zwiebeln, Brokkoli, Kohl und Hülsenfrüchte sind gerne Auslöser für Bauchschmerzen bei den Babys. Achte darauf und versuche das bei deinen Mahlzeiten zu reduzieren bzw. weg zu lassen.

 

Tipp 4: Bauchmassagen

Babys genießen es bei Bauchschmerzen wenn man ihnen den Bauch massiert. Einfach mit der Hand im Uhrzeigersinn um den Nabel herum massieren (in Darmrichtung). Hier kannst du ein Baby-Bäuchleinöl* oder Lavendelöl verwenden was weitere gute Wirkungen auf die Verdauung hat.

 

Tipp 5: Radfahren mit den Beinen

Diese Methode kann bei den Kindern Wunder wirken. Nimm die Beine des Babys in die Hand und mache mit ihnen Radfahrbewegungen. Einfach schön langsam fahren und dann kann es immer wieder zu tollen Geräuschen kommen 🙂

 

Tipp 6: Saugen

Lege deinen Schatz an die Brust an und lass ihn Saugen. Das Saugen wirkt beruhigend und entspannend auf dein Baby und hilft dabei die Bauchschmerzen zu vergessen.

 

Tipp 7: Federwiege

Ein beruhigendes und leichtes Schaukeln einer Federwiege* kann eine super Wirkung bei deinem Schatz haben. Durch die Bewegungen vergisst dein Baby auf die Bauchschmerzen.

 

Tipp 8: Pucken

Sind die Bauchschmerzen stärker zieht dein Baby die Beine stark an oder tretet um sich. Dadurch wird es noch unruhiger und die Schmerzen können stärker werden. Nimm ein Pucktuch* zur Hand und pucke deinen Schatz. So kann es sich beruhigen und die Blähungen können gelindert werden.

 

Tipp 9: Fußreflexzonen-Massage

Massiere beide Füße deines Babys vom Mittelfuß über die Ferse hinunter mit leichtem Druck. Dies wirkt entspannend und hilft die Blähungen zu lösen.

 

Tipp 10: Wärme

Wärme wirkt entspannend und kann dabei helfen Druck abzulassen. Ein Kirschkernkissen* oder auch ein warmes Bad sind bestens dafür geeignet.

 

Tipp 11: Fliegergriff

Nimm deinen Schatz auf den Unterarm, das Gesicht schaut nach unten und der Kopf liegt in Richtung Armbeuge. In dieser Position übst es automatisch einen leichten Druck auf den Bauch aus und dies kann zu Druckabbau bei deinem Baby führen.

 

Tipp 12: Medizinische Hilfsmittel

Neben den angeführten Tipps kann man natürlich auch auf medizinische Hilfsmittel zurückgreifen die ungefährlich für deinen Liebling sind und die Schmerzen reduzieren. Besonders geeignet sind hier SAB Tropfen oder Antiflat die Blähungen reduzieren und Bigaia Tropfen die helfen natürliche Darmbakterien anzusiedeln. Diese Mittel bekommst du in der Apotheke und sind nicht rezeptpflichtig.

 

Ausdauer, Kraft und Hilfe

Gerade in den ersten Lebenswoche ist es eine große Umstellung für dich als Elternteil und auch für das Kind um sich an die Umwelt zu gewöhnen. Man muss sich erst einleben wie die ganzen Abläufe mit Kind am Besten funktionieren etc. Kommen dann Koliken und Bauchschmerzen dazu kommt man schnell mal an den Rande der Verzweiflung. Höre auch auf deinen Körper und überfordere dich nicht selbst. Bist du gereizt, ausgelaugt und kannst nicht mehr wirkt sich das auch auf dein Baby aus und die Zustände können sich noch verschlimmern. Suche dir Hilfe und nimm diese auch an. Iss regelmäßig und schau darauf das es euch beiden gut geht und ihr diese Zeit gut übersteht.

Auch wenn es oftmals schwierig ist, diese Zeit geht vorbei und dann ist das Glück groß wenn sich erste Schlafrhythmen einstellen und auch Tage einen geregelten Ablauf haben 🙂 Und wenn du dir mal unsicher bist, gehe lieber einmal zu viel zum Arzt als zu wenig. Kopf hoch, du schaffst das 😉

 

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15 comments on “Bauchschmerzen bei Babys – Ursachen sowie Tipps & Tricks

  1. ein sehr toller, informativer Beitrag!
    ich habe zwar selber keine Kinder, aber zwei kleine Neffen und auch beruflich früher öfter mit Babys zu tun gehabt und da kann ich deine Tipps hier nur unterschreiben 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

  2. Als Mutter leidet man die ersten Male immer ein stückweit mit, finde ich. Danke für die guten Tipps! Bei uns hat das vier-Winde Öl auch immer gut geholfen.

    • Patrick Pöschl on said:

      Ja auf alle Fälle. Gerade wenn man zum ersten mal Mutter oder Vater wird ist so etwas richtig schlimm. Aber man lernt sein Baby ja schnell sehr gut kennen und findet Möglichkeiten zu helfen und die Zeit geht zum Glück schnell um 🙂 Danke für den Tipp mit dem Öl.

  3. Es ist wirklich verrückt, wenn man hier als Noch-Nicht-Mutter mitliest, aber ich denke, da müssen viele einfach durch. Und je nach Situation handelt jeder anders. Babys sind ja auch sehr unterschiedlich. Aber mit der richtigen Ernährung z.B. kann man ganz bestimmt schon sehr vielen Bauchschmerzen vorbeugen. Schöner Beitrag. Und dein Blog-Design gefällt mir gut 🙂

    • 😀 danke für deinen Kommentar. Das hat natürlich viele Vorteile wenn du schon einiges mitbekommst bevor die Kinder kommen. So ist man schon gut informiert. Bei den Meisten passiert das dann in der Schwangerschaft. Da ist dann plötzlich das Kinderthema nicht mehr wegzudenken 🙂 Da hast du recht, Kinder sind sehr unterschiedlich und da muss man erst herausfinden was für den eigenen Schatz das Beste ist und auch hilft.

  4. Sehr informativer Beitrag. Toll geschrieben. Ich hab zwar keine Kinder, aber ich empfehle deine Seite gerne an die Mamis in meinem Freundeskreis weiter.

    Liebe Grüße,
    Nika von http://www.vintasticworld.com

  5. Ich habe zwar noch keine Kinder, aber ich finde solche Beiträge immer sehr interessant. Schließlich sollen meine Kinder es mal so gut wie möglich haben, wenn sie mal da sind ❤🤗

  6. Bei vielen Kindern – auch größeren – wird alles über den Bauch ausgetragen … Danke für Deine Tipps! …und manchmal hilft nur ganz viel Liebe und Geduld 😉

    • Patrick Pöschl on said:

      Hallo Verena,
      bitte gerne. Schön zu hören das du einige Tipps mitnehmen konntest. Ja, Geduld und Liebe sind der richtige Schlüssel.
      LG Patrick

  7. Dein Beitrag ist sehr lehrreich und informativ! Das meiste davon wusste ich noch nicht. Kann mir vorstellen, dass es für Mütter nicht immer leicht ist. Bin gespannt wie es meinem Baby mal ergehen wird 😉
    Liebe Grüße
    Kathrin von http://www.kbsunrise.de

    • Patrick Pöschl on said:

      Hallo Kathrin,
      schön zu hören das ich dir ein wenig helfen konnte. Dann wünsche ich euch alles Gute und hoffe das dein Schatz von solchen Schmerzen so gut wie möglich verschont bleibt.
      LG Patrick

  8. Hallo,

    meine Kleine (5j.) ist zum Glück inzwischen durch diese Phase durch. Aber auch jetzt kann ich mich rückblickend noch gut daran erinnern. In der anfangs Zeit war es sehr schlimm und ich war so dankbar als sich die Phase langsam legte und Ruhe einkehrte.

    Sicher hätte es mir damals, als noch total unerfahrene Neu-Mami gut geholfen, hätte ich damals deine Tipps etc. hier gelesen. Daher hoffe ich das viele andere Neu-Mamis deinen so wichtigen und hilfreichen Artikel hier lesen. Er kann im besten Fall ein wenig Ruhe und Verstehen in diese Phase bringen.

    Liebe Grüße
    Andrea

    Von: https://wolken-sternchen.com
    (Lese- und Hörspielgeschichten für Kinder und ihre Eltern)

    • Patrick Pöschl on said:

      Hallo Andrea,
      vielen Dank für deine Wort. Ja das stimmt, gerade beim ersten Kind sind solche Tipps Gold wert da man schnell erschöpft ist und an seine Grenzen kommt da alles neu ist 🙂 Schön das du diese Phase schon überstanden hast 😉
      LG Patrick

  9. Ganz ganz tolle Tipps. Meine Kids sind ja schon größer, aber ich hab das auch alles gemacht. Ich habe bei der Babymassage einen speziellen „Griff“ gegen Bauchweh gelernt, natürlich mit dem Bauchweh-Öl in Verbindung, das hat viel geholfen. Und der Fliegergriff. Alle anderen Tipps helfen natürlich auch. Und gute Nerven.

    LG, Bea.

    • Patrick Pöschl on said:

      Hallo Bea,
      vielen Dank für deine Erfahrungen 🙂 Schön zu hören das bei dir der ein oder andere Tipp gut geholfen hat und wie du sagst, Nerven und Geduld sind in dieser Zeit das A und O.
      LG Patrick