Ich werde Papa – Die Geburt unserer Tochter Teil 2


9 Monate Schwangerschaft voller Emotionen und Gedanken liegen hinter uns und heute sollte der große Tag sein an dem unser kleiner Liebling das Licht der Welt erblickt. Oder sind es wieder nur Übungswehen? Können wir der Einleitung noch entgehen und unser Baby kommt ohne Hilfsmittel zur Welt? Wie wird die Geburt verlaufen? Kommt es hoffentlich zu keinen Komplikationen? Ist das Baby gesund? Unzählige Fragen schwirren einem im Kopf herum auf die noch keiner eine Antwort hat und wir müssen es einfach auf uns zukommen lassen.

 

Der große Tag ist gekommen

So lange haben wir gewartet und sind inzwischen in Woche 41+3. Morgen am 22. September ist der Termin für die Einleitung angesetzt doch die Wehenschmerzen werden immer stärker und regelmäßiger. Das am Abend genommene Bad wie in Teil 1 beschrieben hat die Wehen wohl noch weiter verstärkt. Die Wehen kommen regelmäßig und in immer kürzeren Abständen. Um ca. 23 Uhr beschließen wir uns fertig zu machen, alles ins Auto zu packen und in die Klinik zu fahren. Eine Fahrt von ca. 30 Minuten liegt vor uns bis wir im Krankenhaus sind.

Unser erstes Kind, wir waren so nervös! Wir konnten absolut nicht einschätzen wie schnell es voran geht und wollten kein Risiko eingehen.Trotzdem haben wir versucht uns gegenseitig zu beruhigen. Die Fahrt ins Krankenhaus kam mir vor wie eine kleine Ewigkeit. Die Wehen wurden stärker und das Sitzen im Auto war für Anja sehr unbequem.

 

Im Krankenhaus angekommen

Es war ca. 00:30 Uhr bis wir dann im Krankenhaus angekommen sind und die Nachtglocke gedrückt haben. Ein Portier am Ende der Gegensprechanlage hat uns die Tür geöffnet und wir wussten das wir in den 2. Stock müssen. In der Lifthalle ist uns schon eine Hebamme entgegen gekommen und hat uns bis vor das Untersuchungszimmer vor dem Kreißsaal begleitet. Es wurde ein CTG geschrieben und der Wehenschreiber hat schon deutliche Wehen aufgezeichnet, auch der Muttermund hat schon begonnen sich zu öffnen. Die Hebamme meinte solang Anja sich dabei wohl fühlt sollen wir uns die Füße vertreten da es noch etwas dauern wird. So sind wir in aller Ruhe durch die Gänge gegangen und haben unsere Eltern informiert das es losgeht.

Nach einigen Minuten mussten wir immer wieder eine Pause einlegen da die Wehen so stark waren. Ich konnte Anja nur beistehen, sie halten und gut zureden. Mehr kann Mann in dieser Situation leider nicht tun und man fühlt sich echt hilflos. So gern wollte ich ihr die Schmerzen abnehmen aber es geht leider nicht.

 

Wir kommen in den Kreissaal

Nach etwa einer Stunde sind wir dann in den Kreissaal gekommen. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre, die Räume waren sehr schön und wir freuten uns auf die Geburt. Doch da war sie leider schon wieder. Die blöde Übelkeit. Man kann es echt nicht glauben doch auch am Tag der Geburt selbst war Anja wieder übel und sie musste sich im Kreißsaal 2x übergeben.

Im Kreissaal wurden wir von einer nicht mehr ganz so netten Hebamme entgegengenommen. Sie war eher etwas kühl und emotionslos. Doch keineswegs unangenehm oder gar böse. Wir wussten überhaupt nicht was auf uns zu kommt und da wären ein paar „erleichternde“ Worte schon Toll gewesen. Sie hat Anja ein paar verschiedene Möglichkeiten angeboten damit die Wehen „erträglicher“ sind wie zB. auf einen Ball zu sitzen.

Das Angebot eines Kreuzstiches hat Anja abgelehnt, sie wollte unser Baby gerne ohne zur Welt bringen auch wenn die Schmerzen sehr stark werden sollten. Wie stark wusste sie zu diesem Augenblick noch gar nicht aber schon sehr bald…

 

Die Wehen werden stärker

Das nächste CTG nach einer ganzen Weile wurde geschrieben und für mich als Mann war es schon schmerzhaft die Werte anzusehen. Da dachte ich vorher die Wehen wären stark aber jetzt, jetzt sind die Berge doppelt so hoch. Wie schmerzhaft muss das jetzt sein? Und geht das noch weiter? Oh Gott.

Anja hat sich eine Wassergeburt gewünscht. Sie findet den Gedanken total angenehm und hat auch super Erfahrungsberichte darüber gelesen. Doch da gab es ein Problem. Gerade in dieser Nacht waren alle Kreissäle besetzt und unserer war leider nicht mit einer Badewanne ausgestattet. So musste unser kleiner Schatz auf dem Bett zur Welt kommen.

Ja, man hörte es das die Station voll besetzt war. Immer wieder kamen Schreie von Frauen die gerade die Wehen durchmachten bzw. schon in den Presswehen lagen. Und bald wird es auch uns so gehen…

 

Das Baby kommt

Die Zeit vergeht, Stunde um Stunde, die Wehen werden stärker und auch die Schmerzen. Doch so richtig will es nicht weitergehen. Da schaue ich aus dem Fenster und merke erst jetzt wieviel Zeit schon vergangen ist. Die Sonne geht schon auf und es ist bereits kurz vor 7 Uhr früh und somit Schichtwechsel. Wir bekommen eine neue Hebamme, eine sehr junge, total nett. Das hat uns sehr gefreut auch wenn Anja in ihrem Schmerz vieles schon gar nicht mehr so richtig mitbekommen hat und eigentlich schon seit ein paar Stunden die Augen zu läßt.

Es geht los, die Fruchtblase ist sehr gespannt und die Hebamme beschließt sie aufzustechen und die dann fangen auch schon die Presswehen an. Nach kurzer Zeit  hängt ihr die Hebamme eine Infusion an um die Wehen, die weniger wurden, wieder zu verstärken. Ich halte ihr die Hand, lege ihr kalte Lappen auf und rede ihr gut zu. Für mich war es echt schlimm sie unter den Schmerzen da liegen zu sehen aber sie war so tapfer!

Und die Vorfreude ist groß. Wie wird der Kleine Schatz wohl aussehen? Dann ging plötzlich alles ganz schnell. Ein erster Schrei mit den Presswehen, fleißig mitatmen und die Wehen so gut wie möglich ausnutzen. Dazwischen kurz „ausruhen“ und dann kommt schon wieder die nächste Presswehe.

So ging es ca. 6-7 mal und dann hat man schon den Kopf und die Haare gesehen. Da ist es, unser kleiner Schatz auf den wir 9 Monate so hart gewartet haben und jetzt können wir ihn endlich in der Hand halten. Sie haben unsere kleine Elina gleich auf Anja gelegt damit sie kuscheln können. Wir hatten beide Tränen in den Augen und konnten unser Glück kaum fassen. Das erste Mal sein eigenes Kind zu sehen, in den Händen zu halten – jetzt ist es real und doch so unbeschreiblich.

Ich durfte sie dann auch gleich halten, beim wiegen und messen zusehen und dann wieder zurück zu Anja. Sie war ziemlich erschöpft nach so vielen Stunden und wirklich „harter Arbeit“ und großen Schmerzen.Wir sind noch ein paar Stunden im Kreissaal geblieben, haben gekuschelt und unser Glück zu dritt genossen.

Im Nachhinein betrachtet ist die Zeit wirklich schnell vergangen, auch für Anja.

Jetzt bin ich Papa, bin überglücklich und freue mich auf unsere gemeinsame Zeit <3

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