Ab wann sollte man mit Beikost beginnen?


Das Einführen von Beikost ist ein weiterer Meilenstein und wichtiger Entwicklungsschritt für dein Baby. Es gibt zahlreiche Empfehlungen und widersprüchliche Anleitung wie mit Beikost gestartet werden soll. Mütter stehen vor unterschiedlichen Artikeln um sich zu informieren was für ihr Baby das Beste ist und werden so verunsichert.

In den letzten Jahren hat sich viel getan und Experten haben neue Empfehlungen zu diesem Thema erarbeitet. Laut diesen sollen Säuglinge in den ersten 6 Monaten ausschließlich mit Muttermilch oder Pre Nahrung gefüttert werden. Auch Wasser ist in dieser Zeit nicht zu empfehlen und kann dem Baby mehr Schaden als Nutzen bringen. Danach wird empfohlen mit Beikost zu starten.

 

Achte auf die Beikost Reifezeichen

Wer sich aber noch immer nicht sicher ist ob sein Baby trotz dem 6. Monat überhaupt schon reif ist für zusätzlich Nahrung kann auf die so genannten Beikost Reifezeichen achten:

  • Das Baby kann mit minimaler Unterstützung im unteren Rückenbereich aufrecht sitzen
  • Das Baby zeigt Interesse am Essen der Familienmitglieder und will mit am Tisch sitzen
  • Das Baby macht Kaubewegungen während es andere beim Essen beobachtet
  • Das Baby kann die Bewegung Hand zu Mund koordinieren
  • Der Zungenstreckreflex ist stark abgeschwächt oder schon verschwunden ( Der Zungenstreckreflex schiebt feste Nahrung wieder aus dem Mund)
  • Das Baby kann den Kopf ohne Hilfe halten
  • die Ersten Zähne aind evtl. schon durchgebrochen
  • Dein Baby kann Sättigung klar andeuten

Bereit ist ihr Baby wirklich erst wenn es alle diese Zeichen zeigt. Sollte dein Liebling nur einige Reifezeichen zeigen warte einfach noch etwas ab und versuche nicht dein Baby zu „drängen“. Jedes Kind ist unterschiedlich und komplett individuell. Das eine Baby möchte früher mit der Beikost anfangen und das andere erst später. Lass deinem Baby soviel Zeit wie es braucht bis es anfangen möchte zu essen. Wichtig ist nur das du nicht vor der 17. Woche damit anfängst. Den davor muss sich der Darm erst noch entwickeln und kann mit der Beikost noch nicht umgehen und es schadet dem Baby.

 

Achte auf deinen Schatz und nimm dir Zeit

Das Stillen ist eine sehr enge Mutter-Kind Bindung die Mütter so richtig genießen. Man ist seinem Baby nahe, man spürt sich gegenseitig und liebt dieses innige Gefühl. Es ist für manche Mütter gar nicht so einfach dieses tolle Gefühl ein wenig loszulassen indem man mit der Beikost startet. Lasst euch daher beide Zeit falls es gerade mit dem Stillen richtig super läuft nachdem es vielleicht sogar anfängliche Probleme gegeben hat. Vertrau dabei auf dein inneres Gefühl. Wenn ihr noch nicht soweit seid, lasst euch nicht von irgendwelchen „Regeln“ oder Monatsangaben stressen.

Der Beikoststart kann zu Anfang anstrengend für euch alle sein deshalb wählt einen Zeitpunkt der für euch alle passt. Hat dein Baby vielleicht gerade schnupfen? Bekommt es einen Zahn? All das sind eventuell Vorgänge die dein Baby gerade beschäftigen und du solltest warten bis sich dein Baby aud das Essen konzentrieren kann. Es ist ein sehr großer Schritt für deinen Liebling mit der neuen Nahrungsaufnahme umzugehen. Unzählige neue Geschmackseindrücke müssen verarbeitet und wahrgenommen werden. Die Hand-Mund Motorik muss trainiert werden und auch der Vorgang mit der Zunge.

Der Beikost-Start braucht seine Zeit. Auch Essen lernen braucht Übung 😀 Die Motorik muss gestärkt werden und das braucht jede Menge Geduld. Das Saugen an der Brust oder am Fläschchen liegt in der Natur des Babys und geht nahezu automatisch. Doch das Essen vom Löffel oder mit den Händen nicht. Achte daher darauf das du gerade auch Zeit dafür hast und nicht viele Termine anstehen oder vielleicht ein Urlaub oder sonstiges.

 

Spaß am Essen lernen

Das Wichtigste wenn mit der Beikost begonnen wird ist die Tatsache das Essen Spaß machen sollte. Einfach mal mit einem Löffelchen am Morgen beginnen und schauen wie das Baby reagiert. Möchte es nicht oder dreht es den Kopf zur Seite einfach aufhören und ein anderes mal wieder versuchen. Man sollte das Baby nicht drängen und unter Druck setzen. Denn wenn der Spaß dabei verloren geht verweigert dein Schatz die Nahrungsaufnahme komplett. Auch nicht jedes Baby mag es vom Löffel zu Essen. Ist dies der Fall kann man auch versuchen den Brei zB auf den Finger zu geben und so einzugeben. Die beste Zeit um mit einem Brei zu versuchen ist am Vormittag wo dein Kind ausgeruht ist und gute Laune hat. Für viele Kinder ist Brei auch nicht gerade das „Richtige“ und sie wollen lieber an was knappern und sich sogar die Nahrung selbst zum Mund führen. Hier kann man verschiedene weiche Stückchen anbieten an denen das Baby knabbern kann. Eine sehr beliebte Art dieser Beikostzuführung nennt man Baby led Weaning.

 

Baby led Weaning

Baby led weaning ist dem Baby bei der Einführung von Beikost freie Hand zu lassen. BLW= vom Baby geleitete Entwöhnung der Brust, selbstbestimmte Einführung der Beikost. Das heißt das Baby wird nicht mit dem Löffel gefüttert sondern es werden verschiedene Nahrungsmittel in Sticks geschnitten, weich gedünstet oder gekocht und dem Baby angeboten. Was das Baby dann probieren möchte oder auch nicht wird ihm selbst überlassen. Entgegen dem Wissen der Meisten wird auch Brei bei BLW nicht ausgeschlossen. Handlich zubereitet kann natürlich, wenn gewünscht, auch Brei gegessen werden. Babys haben einen schnell auslösbaren Würgereflex aber können sich trotzdem, wie auch bei Brei verschlucken. Das ist woll einer der Hauptgründe der viele Eltern vor Baby led weaning zurück schrecken lässt.

 

Niemals Beikost wenn das Baby hungrig ist

Bitte versuche niemals deinem Baby einen Brei oder sonstige Nahrung am Anfang zuzuführen wenn es hungrig ist. Das ist der absolute Frustfaktor und das Schlimmste was du tun kannst. Versuche am Besten die Nahrung zwischen zwei Still- oder Flaschennahrungen zuzuführen. Also wenn das Baby nicht ganz satt ist und auch nicht wirklich hungrig. Dann ist es bereit experimentierfreudig zu sein und empfänglich für die Beikost. Versuche diesen Vorgang einfach immer wieder und es wird garantiert von mal zu mal besser.

 

Wie lange dauert die Umstellung

Im ersten Lebensjahr ist es nicht sinnvoll Milchnahrungen zu erstzten. Viel mehr geht es darum dein Baby an Nahrungsmittel heran zu führen und es entdecken zu lassen. Dein Kind bekommt mit der Muttermilch oder Pre Nahrung alle wichtigen Nährstoffe die es für die Entwicklung im ersten Lebensjahr benötigt.

Es ist einfach ein laaaanger Vorgang in dem Schritt für Schritt von der Milchnahrung auf feste Nahrung umgestellt wird. Natürlich nimmt dein Baby aber auch später trotz fester Nahrung immer wieder mal die Brust, gerade vor dem Schlafen oder zwischen den Mahlzeiten. Krankeiten oder viel Stress können das Interesse am Essen schmälern und dein Baby verlangt wieder nach der Brust oder Flasche und auch das ist vollkommen okay.

Abschließend kann man sagen das die Umstellung Geduld von beiden Seiten benötigt und jede Menge Zeit. Es sollte Spaß machen und auf keinen Fall Stress verursachen. Lass deinem Liebling und dir die Zeit die ihr braucht und genießt es. Dann wird diese Zeit eine ganz besondere für euch.

Wir wünschen euch viel Spaß und viele lustige Gesichtsausdrücke beim durch probieren. Unser Kleiner schneidet gerade mit 10 Monaten immer wieder die besten Grimassen.

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One comment on “Ab wann sollte man mit Beikost beginnen?

  1. ich kann n´hier nur von der Erfahrung mit meinen Neffen sprechen … beide waren serh gute Esser und neugierig auf alles, was man ihnen zum probieren gegeben hat 🙂
    die Mama hat deswegen auch schon sehr früh mit der Beikost begonnen 😉

    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com